Sonne
Mond
Merkur
Venus
Mars
Jupiter
Saturn
Kometen
Deep Sky
Veränderliche Sterne
Karten von Planetenoberflächen: Um Karten von Planetenoberflächen aus CCD-Aufnahmen erstellen zu können, habe ich das Programm MapMaker geschrieben. Ich stelle es als Quellcode und als ausführbare Datei zur Verfügung (Download und Beispiele).
Digitale Höhenkarten (digital elevation maps, DEMs) von Regionen der Mondoberfläche: Mit speziellen Bildverarbeitungsverfahren habe ich Regionen der Mondoberfläche dreidimensional rekonstruiert.
Online-Journal über den Mond: Selenology Today
Bedeckung von Saturn durch den Mond am 22.05.2007
Seit mittlerweile über 25 Jahren beschäftige ich mich als
Amateur mit der Astronomie. Mit der Astronomie kam ich darüberhinaus
während meines Physikstudiums an der Universität Würzburg
und insbesondere während eines Praktikums am Laboratoire d'Astrophysique de
Grenoble in Berührung. Besonders hat mich dabei immer die visuelle
Beobachtung und Photographie der Körper unseres Sonnensystems interessiert
- dabei habe ich natürlich auch nichts gegen Nebel, Sternhaufen und
Galaxien einzuwenden - sowie die elektronische Bildbearbeitung astronomischer
Aufnahmen.
In der prä-digitalen Epoche mündete die Photographie von
Mond und Planeten meist in eher enttäuschende Ergebnisse, zumal mit
kleineren Instrumenten. Ein paar solcher "antiquarischen" Exponate habe ich
dennoch einmal gescannt und an dieser Stelle plaziert. Der entscheidende
Technologiesprung auf dem Gebiet der Mond- und Planetenphotographie bestand
in der Entwicklung der CCD-Kameras in den 1980er Jahren. Auch für Astro-Amateure
gibt es mittlerweile hochqualitative, gekühlte CCD-Kameras; die Kühlung
setzt das thermische Rauschen des CCD-Chips stark herab, so daß die
zur Photographie von schwachen Deep-Sky-Objekten wie Kugelsternhaufen und
Galaxien notwendigen Belichtungszeiten von mehreren Minuten bis Stunden
erst möglich werden. Ich selbst arbeite derzeit mit einer Industriekamera
und einer Webcam, jeweils mit CCD-Bildsensor. Damit sind bei ruhiger Luft und
entsprechender Bildbearbeitung Aufnahmen möglich, deren Auflösung
allein durch die Beugung des Lichts an der Objektivöffnung und nicht wie
früher bei der Photographie mit Film durch die Luftunruhe begrenzt wird.
Aufnahmetechnik
Ich verwende eine eine Industriekamera des Typs Lumenera LU075M und eine CCD-Webcam des Typs Philips ToUCam Pro. Bei diesen Kameras sind alle Regelungsparameter manuell einstellbar, das Bild rauscht nur wenig, und sie besitzen kaum ein wahrnehmbares Fixed Pattern Noise - kurzum, sie sind in idealer Weise für die Astrophotographie geeignet. Als Aufnahmeoptiken dienen ein 200/1200-mm-Newtonreflektor der Firma Orion und ein 125/720-mm-Newtonreflektor der Firma Vixen in Verbindung mit einer alten, aber trotzdem (oder gerade deswegen) stabilen Polaris-2000-Montierung. Die Brennweite wird mittels Okularprojektion verlängert, und zwar gemäß dem Nyquist-Kriterium auf ein maximales Öffnungsverhältnis von
fmax/D = 2 s / λ,
wobei gilt:
Öffnung D = 200 mm bzw. 125 mm
Pixel-Kantenlänge s = 7.4 μm (Lumenera LU075M) bzw. 5.6 μm (ToUCam)
Lichtwellenlänge λ = 450 ... 700 nm.
Daraus ergibt sich für die ToUCam in Verbindung mit dem 125/720-mm-Newton-Reflektor im Sinne des Nyquist-Kriteriums in etwa eine maximale Brennweite von fmax = 2600 mm, für den 200/1200-mm-Reflektor von fmax = 4200 mm. Dies entspricht einem Bildmaßstab von 0.44 bzw. 0.275 Bogensekunden pro Pixel. Bei Planetenaufnahmen ist mit dem 200/1200-mm-Newton oftmals auch eine leichte Übervergrößerung mit f = 5100 mm bzw. 0.23 Bogensekunden pro Pixel (maximal ausgezogener Okularprojektionsansatz) möglich. Wegen der größeren Pixel der Lumenera LU075M läßt sich bei dieser Kamera die Brennweite bis auf f = 6600 mm steigern. Zur Photographie der Sonne verwende ich einen 60/700-mm-Refraktor in Verbindung mit einem grünen Okular-Sonnenfilter, der bei diesem Objektivdurchmesser der Sonnenwärme noch wacker standhält. Mit diesem Gerät lassen sich im Fokus bei 700 mm Brennweite recht ordentliche Übersichtsaufnahmen von großen Teilen der Sonnenscheibe gewinnen, die auch Fackelherde und die Granulation wiederzugeben vermögen. Der Bildmaßstab beträgt hierbei 1.65 Bogensekunden pro Pixel. Aufnahmeort ist, wenn nicht anders vermerkt, mein früherer Wohnort Heroldstatt auf der Schwäbischen Alb, ab April 2010 Wetter an der Ruhr.
Die Bildbearbeitung erfolgt mit der Software GIOTTO,
die neben Korrelationsverfahren zur Überlagerung einer großen
Anzahl von Einzelbildern auch im Sinne der Signaltheorie in hervorragender
Weise auf die bei astronomischen Aufnahmen gegebenen Unschärfe-Bedingungen
wie Defokussierung und Luftunruhe ausgelegte Hochpaß- und Bandpaßfilter
zur Steigerung der Bildschärfe bereitstellt. Diese Filter sind wesentlich
wirkungsvoller als die in fast allen kommerziellen Programmen zur Bildbearbeitung
eingesetzte Unscharfmaskierung. Darüberhinaus verwende ich zur Bildschärfung,
Interpolation und Kontrastanpassung mit sehr guten Ergebnissen eine von
mir bereits im Jahre 1996 entwickelte Prototyp-Version der Bildbearbeitungssoftware
AQUILA professional.
Links
Reichhaltiges Informationsmaterial zur Amateurastronomie insgesamt ist bei der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) verfügbar.
International Outer Planets Watch (IOPW) sammelt professionelle und Amateurbeobachtungen der Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun und koordiniert gemeinsame Beobachtungskampagnen. Durch die zugehörige Arbeitsgruppe "Atmospheres" werden großräumige Änderungen der Atmosphären der äußeren Planeten über lange Zeiträume überwacht.
Im Rahmen des Projekts International
Mars Watch werden weltweit Beobachtungen des Planeten Mars gesammelt
und koordiniert.
Weitere Links, die speziell bestimmte Planeten betreffen, sind auf den entsprechenden Seiten zu finden.